[ Vor 2026 ] Sommerfreuden bei den Mia-san-mia
Unsere Hoffnung zu diesem Zeitpunkt: Dass wenigstens die Campingplätze bis dahin wieder geöffnet sind …
Eine gute Entscheidung, denn zum einen waren wir im Juni überreif für eine Auszeit, und zum anderen waren so ziemlich alle Campingplätze ab Pfingsten ratz-fatz ausgebucht – wohl dem, der reserviert hatte. Also haben wir unseren Campingkram samt Fahrrädern zusammengepackt und sind nach Oberbayern gezuckelt, um dort in der Nähe von Waging unseren Campingplatz zu beziehen.
Mia san Mia
Dabei hat sich eine Befürchtung rasch bestätigt: Nicht nur an sonnigen Wochenenden sind die Region und speziell die Seen – trotz der Distanz zu München – tendenziell überlaufen. Auch unser sehr schöner Campingplatz direkt am See war komplett belegt, eine völlig neue Situation für uns Neben-und Spätsaison-Camper, und so stellte sich im ersten Moment ein gewisser »Dichtestress« bei uns ein. Frei nach dem Motto: Gleichgesinnte sind schön und gut, aber bitte nicht zu viele davon auf einem Haufen ;-)
So ist das halt mit den besonders schönen Ecken der Welt, man hat sie nicht für sich allein. Immerhin entschädigt das allgegenwärtige bajuwarische Mia-san-mia-Lebensgefühl, welches einen schon etwas neidisch werden lässt. Insbesondere wenn man aus einer pietistisch geprägten Ecke des Schwabenländle kommt. Aber nun gut, die Kirschen in Nachbars Garten sind immer roter und süßer – bassd scho ;-)
Freilich schaffte es das Mia-san-mia – inzwischen über den Fußball hinaus zu einem Synonym des bayrischen Selbstverständnisses geworden –, erstaunliche Widersprüche zusammen zu führen. Beispiel gefällig: Seit Ewigkeiten CSU-regiert – man denke da speziell an die Ober-Auto-Lobbyisten respektive Verkehrsminister der letzten Jahre – erfreut sich zumindest diese Urlaubsregion an einem Radstreckennetz, von dem unsere Heimatregion im Grün-regierten Ländle Lichtjahre entfernt ist ;-)
Vor knapp zehn Jahren hat mich die Region schon mal in ihren Bann gezogen, als ich auf dem Bodensee-Königsradweg hier durch gekommen bin, und dieses Gefühl bzw. diese Stimmung hat sich rasch wieder eingestellt. Während wir uns am Tag der Ankunft nicht viel mehr als Baden, im Liegestuhl liegen, Schmökern, Essen und Schlafen für die nächsten sechs Tage vorstellen konnten – die zermürbende Liefersituation forderte ihren Tribut –, gewann am nächsten Morgen doch der Taten- und Entdeckungsdrang die Oberhand. Die klassische Seerunde um den Waginger-See haben wir uns freilich geschenkt (zu viele Gleichgesinnte). Dafür haben wir in alle Himmelsrichtungen herrliche Touren unternommen und uns überraschen lassen. Eine kleine Auswahl der vielen Eindrücke finden sich in der Bilderstrecke.
Bilderstrecke | Sommerfreuden bei den Mia-san-mia